»Artist in Residence«
im Rahmen der »11. Darmstädter Tage der Fotografie«
auf der Rosenhöhe, Atelierhaus Ludwig-Engel-Weg 1, Darmstadt

 

HINWEIS: Das Bewerbungsportal für das Artist in Residence Programm ist nun geschlossen. Wir danken allen Bewerberinnen und Bewerbern für Ihr Interesse und werden uns bis Mitte Januar mit der Entscheidung unserer Jury zurückmelden. Bitte vermeiden Sie wenn möglich bis dahin Nachfragen zu individuellen Bewerbungen. Vielen Dank!

Anlässlich der »11. Darmstädter Tage der Fotografie« boten die Organisatoren des Festivals und der Verein »Kultur einer Digitalstadt e.V.« internationalen Künstlerinnen und Künstlern bis 15. Dezember 2019 die Möglichkeit, sich für eine dreimonatige Künstlerresidenz im Atelierhaus auf der Rosenhöhe in Darmstadt zu bewerben.
Im Sinne des diesjährigen Themas der »11. Darmstädter Tage der Fotografie« soll die Residenz der Künstlerin oder dem Künstler eine Flucht aus dem Alltag ermöglichen und die Vollendung bzw. Entwicklung eines Kunstprojekts zum Ziel haben. Die Ergebnisse des Residenzaufenthalts werden im Atelierhaus während des Festivals ausgestellt. Grundvoraussetzung für die Bewerbung war dabei vor allem auch ein persönliches, bevorzugt über social media abgegebenes Kurzstatement der Künstler*innen darüber, warum genau sie/ er die Möglichkeit zur Flucht aus dem Alltag in Form der Künstlerresidenz verdient habe.

Das Programm – das erwartet die Stipendiatin oder den Stipendiaten:
– Zeitraum: 03. Februar bis 03. Mai 2020
– Die Möglichkeit, für 3 Monate an einem inspirierenden Ort zu leben und zu arbeiten (Rückzugsort + Künstlerkolonie), Kostenübernahme Residenz erfolgt durch das Programm (keine Teilnahmegebühr für die/den Künstler*in)
– Vorbereitung und Umsetzung einer Einzelausstellung, die im Rahmen der
11. Darmstädter Tage der Fotografie am 24. April 2020 eröffnet wird
– Künstlergespräch/ Öffentliche Präsentation vor Publikum im April 2020

Leistungen des Programms:
– Leben in einem vollausgestatteten 3-Zimmer-Wohnhaus auf der Rosenhöhe (Bauzeit 1960er-Jahre, renoviert zuletzt 2018) inklusive Küche
– 3 Monate á 1.500 € Honorar (250 EUR des monatlichen Honorars werden als Kaution einbehalten und nach der Residenz bei guter Instandhaltung des Wohnhauses an die/ den Stipendiat*in ausbezahlt)
– Ein eigener Arbeitsraum im unmittelbar benachbart gelegenen Atelierhaus, ausgestattet mit Küchenzeile und Schreibtisch
– Das Atelierhaus steht für die Ausstellung zur Verfügung
– Reisekostenzuschüsse zu An-und Abreise Rosenhöhe vom/ zum Heimatort; Unterstützung notwendiger Recherchereisen im Förderzeitraum im
Rhein-Main-Gebiet
– Gemeinsame Konzeption, Produktionskostenübernahme (bis 2.000 €) sowie Unterstützung beim Aufbau einer Einzelausstellung im Rahmen der
11. Darmstädter Tage der Fotografie
– Bewerbung des entstehenden Projektes über die Kommunikationskanäle der Darmstädter Tage der Fotografie sowie des Vereins »Kultur einer Digitalstadt«, idealerweise mediale Begleitung des Werkentstehungsprozesses, Projektdokumentation
– Kuratorische und fachliche Begleitung der/s Stipendiat*innen durch die Projektleitung sowie Begleitung zu interessanten Treffen/ Ausstellungen/ Veranstaltungen der Kulturszene in Darmstadt
– Unterstützung bei Recherchen
– Fahrrad, WLAN, ein Din A4-S/W Drucker sowie Informationsmaterial zu Darmstadt werden zur Verfügung gestellt

Eigenleistungen und Verantwortlichkeiten der Stipendiat*innen:
– Handtücher und Bettwäsche müssen mitgebracht werden
– Für die Verpflegung hat der/die Stipendiat*in selbst aufzukommen
– Versicherungen und ggf. Visumskosten müssen durch den/die Stipendiat*in eigenständig organisiert und finanziell abgedeckt werden
– Eine Selbstbeteiligung von 500 Euro an den Kosten der Ausstellungsproduktion/ des Materials wird erwartet. Die entstehende Arbeit wird Eigentum des Künstlers
– An- und Abreise sowie notwendige Materialtransporte sind eigenständig zu organisieren, Kostenrückerstattung durch den Veranstalter nur nach vorheriger Rücksprache möglich.
– Für die Arbeit relevante Geräte, Technik, Medien (Computer, Telefon, Kamera etc.) sind vom/n dem/r Stipendiaten/in selbst mitzubringen und ggf. für den Zeitraum zu versichern
– Der/die Stipendiat*in erklärt sich einverstanden mit der unentgeltlichen und zeitlich unbeschränkten Bereitstellung und Nutzung von Bild- und Informationsmaterial zu seinen/ihren künstlerischen Arbeiten im Rahmen der 11. Darmstädter Tage der Fotografie sowie der Veröffentlichungen des Trägervereins »Kultur einer Digitalstadt«
– Eine hohe Kooperationsbereitschaft des/r Stipendiaten/in im Abstimmungsprozess zur geplanten Ausstellung gegenüber Festival- und Vereinsteam wird vorausgesetzt

Hintergrund zum Ort des Residenzprogramms:
In Darmstadt wurde, wie zur gleichen Zeit auch anderen Orten in Deutschland, Ende des 19. Jahrhunderts eine Künstlerkolonie gegründet. Zwischen 1899 und 1914 lebten und wirkten einige berühmte Jugendstilkünstler auf der Darmstädter Mathildenhöhe. In den 1960er-Jahren richtete die Stadt Darmstadt eine neue Künstlerkolonie ein. Dazu wurden von 1965 bis 1967 im zur Mathildenhöhe benachbarten Park Rosenhöhe sieben Atelier- und Wohnhäuser nach Plänen von Rolf Prange, Rudolf Kramer, Bert Seidel, Heribert Hausmann und Reinhold Kargel errichtet. Dort wohnen bzw. wohnten unter anderem der Schriftsteller Heinrich Schirmbeck, der Lyriker Karl Krolow, der Kunsthistoriker Hans Maria Wingler und der Bildhauer Wilhelm Loth.

2018 wurde das Haus von Familie Hensel aus Mitteln der Stadt grundlegend renoviert und wird seitdem durch den Verein »Kultur einer Digitalstadt« genutzt. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, verschiedene Veranstaltungsformate und Förderangebote für Künstler*innen, aber auch Forschenden und Experten verschiedener interdisziplinärer Praxisfelder auszuprobieren, die in dem Wohn- und Atelierhaus am Ludwig-Engel-Weg 1 umgesetzt werden. Wohn- und Atelierhaus bilden zusammen ein architektonisches Ensemble. Die weiteren sechs identischen Komplexe auf der Rosenhöhe sind – zum Teil von Künstler*innen – bewohnt. Ein offener Garten verbindet die Häuser der Siedlung miteinander. Durch die nahe gelegene Mathildenhöhe, die historische Künstlerkolonie sowie den benachbarten Sitz des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt wird der Ludwig-Engel-Weg 1 überdies zu einem Ort mit besonderer Bedeutung für die dort temporär residierenden zeitgenössischen Kunstschaffenden.

»Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie«.
Zum Festivalthema der »11. Darmstädter Tage der Fotografie«:
Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist. Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenem Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile.

Verfahren:
Wer konnte sich bewerben bzw. an wen richtete sich das Residenzprogramm?
Fotograf*innen, Medienkünstler*innen, Künstler*innen, die sich vorrangig mit fotografischen oder filmischen Prozessen beschäftigen
– Einzelpersonen oder künstlerisches Kollektiv von max. drei Personen
– Keine Altersbegrenzung

Die Bewerbung (auf Deutsch oder Englisch) war bis zum 15.12.2019 auf zwei Arten möglich:

Nr. 1 (bevorzugte Methode): Arbeitsportfolio als Bildergalerie auf Instagram oder Facebook. Als Text darunter (max. 280 – 300 Zeichen) ein Statement dazu, warum genau die/der Künstler*in die Möglichkeit zur Flucht aus dem Alltag in Form der Künstlerresidenz verdient hat. Darunter zudem die Verlinkung mit @darmstaedter_tage_d_fotografie (Instagram)/ @DarmstaedterTageDerFotografie (Facebook) und Verwendung der beiden Hashtags #dtdf2020 und #residenceescape. Zusätzliche Einreichung der unten genannten Unterlagen an residence@dtdf.de

Nr. 2: Zusenden eines digitalen Arbeitsportfolios, eines Statements (Aufbau analog zum Statement in Nr.1) und unten genannter Unterlagen an residence@dtdf.de

Folgende Unterlagen waren zusätzlich zum Arbeitsportfolio und Kurzstatement (s.o.) einzureichen:
– Kurzer Lebenslauf inkl. bisheriger Ausstellungstätigkeit und ggf. Teilnahme an Förderprogrammen/ Stipendien
– Konkretes Arbeitsvorhaben, das in der Residenzzeit realisiert werden soll und einen Bezug zum Festivalthema »Skurrile Fluchten» aufweist (ca. zwei Seiten)

Eine Jury, bestehend aus folgenden Mitgliedern, wählt aus den Einsendungen bis Mitte Januar 2020 die/den geeignete/n Kandidat*in aus:
– Lukas Einsele (Vorstand des Vereins »Kultur einer Digitalstadt«)
– Julia Reichelt (Leiterin des Kunstforum der TU Darmstadt)
– Alexandra Lechner (Fotografin/ Gründungsmitglied der » Darmstädter Tage der Fotografie«/ RAY-Kuratorin)
– Gregor Schuster (Fotograf/ Gründungsmitglied der » Darmstädter Tage der Fotografie«)

Kontakt:
Albrecht Haag
Projektleitung »Darmstädter Tage der Fotografie« sowie Gründungsmitglied des Vereins »Kultur einer Digitalstadt«

℅ Kunstforum der TU Darmstadt
Hochschulstraße 1
64289 Darmstadt

Tel. + 49 6151 – 27 16 08
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