Symposium

Das Thema des Symposiums orientiert sich traditionell am Jahresthema des Festivals und diskutiert aktuelle, sich daran anschließende Fragestellungen aus verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven.
Im Rahmen der »11. Darmstädter Tage der Fotografie« soll in fünf Vorträgen von Bildwissenschaftler*innen, Medientheoretiker*innen und international renommierten Künstler*innen das Thema des fotografischen Humors näher beleuchtet werden. Rednerinnen und Redner des Symposiums der »11. Darmstädter Tage der Fotografie« sind dabei Naomi Harris, Erik Kessels, Kevin Pauliks M.A., Dr. Sophie-Charlotte Opitz und Juergen Teller.

Das Symposium wird am ersten Samstag des Festivals (24. Oktober 2020) von 10 bis 18 Uhr in der Centralstation Darmstadt stattfinden.

Call for papers (Sommer bis Herbst 2019)

Die Bewerbungsfrist für Vortragende endete am 30. November 2019. Vielen Dank an alle Interessentinnen und Interessenten!

Willkommen waren Vorschläge für interdisziplinäre Vorträge u.a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?

  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?

  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein?

  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?

  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung

  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie

  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?

  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?

  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?

  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Auch weitere Themenvorschläge waren willkommen.

Die Ausschreibung richtete sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Schriftliche Vorschläge waren als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei einzusenden.

Das Exposé soll später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie dienen.

Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Vortragende

Naomi Harris

Die kanadische Porträtfotografin Naomi Harris (*1973 in Toronto, CA) untersucht und dokumentiert in ihren Serien soziale Trends und Phänomene der zunehmend globalisierten und kulturell homogenisierten Welt. Anhand ihres Projekts »EUSA«, das einzelne kostümierte Protagonisten europäischer Orte mit dem Thema Amerika und amerikanischer Orte mit dem Thema Europa zeigt, wird Harris ihre künstlerische Praxis und den oft unfreiwillig komischen und skurrilen Charakter unserer Begeisterung für andere Kulturen darstellen.
»EUSA« war 2016 für den Luma Rencontres Dummy Book Award nominiert und wurde 2018 vom Kehrer Verlag, Heidelberg Berlin veröffentlicht.

Erik Kessels

Erik Kessels (*1966 in Roermond, NL) ist ein niederländischer Künstler, Designer, Herausgeber, Sammler und Kurator mit besonderem Interesse an Fotografie und Found Footage. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt insbesondere auf der Geschichte hinter den Bildern, der Unvollkommenheit und dem Missgeschick von gefundenen Amateurfotografien aus Familienalben, Archiven und dem Internet. Kessels spürt unsichtbare und unentdeckte Muster auf und betreibt so eine Art visuelle Archäologie.
In Darmstadt wird Kessels anhand seiner neuesten Projekte Einblick in seine Methodik der Re-Appropriation von Fotografien geben und die Rolle von Bildern fernab des bloßen Konsums in unserer heutigen Zeit diskutieren.

Dr. Sophie-Charlotte Opitz

Dr. Sophie-Charlotte Opitz (*1987 in Aachen) ist seit 2019 Stipendiatin im Programm »Museumskuratoren für Fotografie« der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Sie promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt zu den Produktionsmechanismen zeitgenössischer Kriegsfotografie.
In ihrem Vortrag richtet Opitz den Blick auf die Beziehung von Krieg und Humor sowie auf das aufrüttelnde und wiederständige Potential fotografischer Gegenbilder, die als Reaktion auf vorherrschende oder politisch vorgegebene Wahrnehmungsmechanismen des Krieges entstehen.

Kevin Pauliks, M.A.

Die Forschungsschwerpunkte des promovierenden Medienwissenschaftlers und Soziologen Kevin Pauliks, M.A. (*1991 in Hanau) liegen in den Meme Studies, Game Studies und in der Serialitätsforschung. In seinem Vortrag »Imitieren, Editieren, Parodieren. Zu den medienkritischen Praktiken politischer Internet-Memes« wird Pauliks anhand der Betrachtung politischer Internet-Memes zu Donald Trumps Amtsenthebungsverfahren der Frage nachgehen, auf welche Weise diese mit Medien- und Gesellschaftskritik verschränkt sind.
Die Untersuchung von Medialität wird dabei ebenfalls ein zentraler Bestandteil des Vortrags sein, um die Wirkprinzipien und notwendigen Voraussetzungen von Memes aufzudecken.

Juergen Teller

Ziel des Vortrags des international renommierten Fotografen und Werbefotografen Juergen Teller (*1964 in Erlangen) ist die Reflexion darüber, wie zutiefst schwarzer, satirischer Humor, Neugierde und Selbstparodie in seine Arbeiten mit hineinspielen und so für den Künstler, wie auch für Models und Prominente unerwartete, absurde Szenarien herbeiführen.
Ausgangspunkt für die Darstellung wird dabei die Videoarbeit »Dieter« (2017) sein, in der Teller die Rolle seines Alter Egos Dieters einnimmt – einer stereotyp deutschen Version seiner Selbst, die die Heimat nie verlassen hat und beim Gang durch die eigene Einzelausstellung in Kunstpalais Erlangen, umgeben von Freunden und Familie, alles als schlecht abtut.