Ausschreibung »Artist in Residence 2023«

Anlässlich der »12. Darmstädter Tage der Fotografie« bieten die Organisatoren des Festivals und der Verein »Kultur einer Digitalstadt e.V.« internationalen Künstlern bis 15. Dezember 2022 die Möglichkeit, sich für eine zweimonatige Künstlerresidenz im Atelierhaus auf der Rosenhöhe in Darmstadt zu bewerben.

Im Sinne des diesjährigen Themas der »12. Darmstädter Tage der Fotografie« soll die Residenz der Künstlerin oder dem Künstler ein »Experiment« ermöglicht und die Vollendung bzw. Entwicklung eines Kunstprojekts zum Ziel haben. Die Ergebnisse des Residenzaufenthalts werden im Atelierhaus während des Festivals ausgestellt. Grundvoraussetzung für die Bewerbung ist dabei vor allem auch ein persönliches, bevorzugt über social media abgegebenes Kurzstatement der dem Künstler darüber, warum genau sie oder er die Möglichkeit zum Experiment in Form der Künstlerinresidenz bzw. dem Künstlerresidenz verdient.

Direktlink zum Bewerbungsportal auf der Website von »Kultur einer Digitalstadt« hier.

Das Programm

Dies erwartet die Stipendiatin oder den Stipendiaten:

– Zeitraum: 6. März bis 9. Mai 2023
– Die Möglichkeit für zwei Monate an einem inspirierenden Ort zu leben und zu arbeiten (Rückzugsort und Künstlerkolonie), Kostenübernahme Residenz erfolgt durch das Programm (keine Teilnahmegebühr für die Künstlerin oder dem Künstler)
– Vorbereitung und Umsetzung einer Einzelausstellung, die im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie am 28. April 2023 eröffnet wird
– Künstlerinnengespräch bzw. Künstlergespräch / Öffentliche Präsentation vor Publikum im Apri/Mail 2023

Leistungen des Programms:

– Leben in einem vollausgestatteten 3-Zimmer-Wohnhaus auf der Rosenhöhe (im Ensemble »Neue Künstlerkolonie«, 1960er-Jahre, zuletzt renoviert 2018) inklusive Küche
– 2 Monate á 1.500 € Honorar
– Ein eigener Arbeitsraum im unmittelbar benachbart gelegenen Atelierhaus
– Das Atelierhaus steht für die Ausstellung zur Verfügung
– Reisekostenzuschüsse zu An-und Abreise Rosenhöhe vom/ zum Heimatort; Unterstützung notwendiger Recherchereisen im Förderzeitraum im Rhein-Main-Gebiet
– Gemeinsame Konzeption, Produktionskostenübernahme (bis 2.000 €) sowie Unterstützung beim Aufbau einer Einzelausstellung im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie
– Bewerbung des entstehenden Projektes über die Kommunikationskanäle der Darmstädter Tage der Fotografie sowie des Vereins »Kultur einer Digitalstadt«, idealerweise mediale Begleitung des Werkentstehungsprozesses, Projektdokumentation
– Kuratorische und fachliche Begleitung der Stipendiatin oder des Stipendiaten durch die Projektleitung sowie Begleitung zu interessanten Treffen / Ausstellungen / Veranstaltungen der Kulturszene in Darmstadt
– Unterstützung bei Recherchen
– Fahrrad, WLAN, ein Din A4-S/W Drucker sowie Informationsmaterial zu Darmstadt werden zur Verfügung gestellt

Eigenleistungen und Verantwortlichkeiten der Stipendiatin oder des Stipendiaten:

– Für die Verpflegung hat die Stipendiatin bzw. der Stipendiat selbst aufzukommen.
– Versicherungen und ggf. Visumskosten müssen durch die Stipendiatin bzw. dem Stipendiat eigenständig organisiert und finanziell abgedeckt werden
– Die entstehende Arbeit wird Eigentum der Künstlerin bzw. des Künstlers. Im Falle eines Verkaufs im Zusammenhang mit der Ausstellung werden die Produktionskosten sowie ein Anteil von 30 % vom Erlös zugunsten des Festivals in Rechnung gestellt.
– An- und Abreise sowie notwendige Materialtransporte sind eigenständig zu organisieren, Kostenrückerstattung durch den Veranstalter nur nach vorheriger Rücksprache möglich.
– Für die Arbeit relevante Geräte, Technik, Medien (Computer, Mobiltelefon, Kamera etc.) sind von der Stipendiatein bzw. dem Stipendiaten selbst mitzubringen und ggf. für den Zeitraum zu versichern
– Die Stipendiatin bzw. der Stipendiat erklärt sich einverstanden mit der unentgeltlichen und zeitlich unbeschränkten Bereitstellung und Nutzung von Bild- und Informationsmaterial zu ihren bzw. seinen künstlerischen Arbeiten im Rahmen der 12. Darmstädter Tage der Fotografie sowie der Veröffentlichungen des Trägervereins »Kultur einer Digitalstadt e.V.«
– Eine hohe Kooperationsbereitschaft des Stipendiatenin bzw. des Stipendiaten im Abstimmungsprozess zur geplanten Ausstellung gegenüber Festival- und Vereinsteam wird vorausgesetzt.

Hintergrund zum Ort des Residenzprogramms:

In Darmstadt wurde, wie zur gleichen Zeit auch anderen Orten in Deutschland, Ende des 19. Jahrhunderts eine Künstlerkolonie gegründet. Zwischen 1899 und 1914 lebten und wirkten einige berühmte Jugendstilkünstler auf der Darmstädter Mathildenhöhe. In den 1960er-Jahren richtete die Stadt Darmstadt eine neue Künstlerkolonie ein. Dazu wurden von 1965 bis 1967 im zur Mathildenhöhe benachbarten Park Rosenhöhe sieben Atelier- und Wohnhäuser errichtet.

2018 wurde das Haus im Ludwig-Engel-Weg 1 (LEW1) aus Mitteln der Stadt grundlegend renoviert und wird seitdem durch den Verein »Kultur einer Digitalstadt« genutzt. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, verschiedene Veranstaltungsformate und Förderangebote für Künstler, aber auch Forschern sowie Experten verschiedener interdisziplinärer Praxisfelder auszuprobieren, die in dem Wohn- und Atelierhaus am Ludwig-Engel-Weg 1 umgesetzt werden. Wohn- und Atelierhaus bilden zusammen ein architektonisches Ensemble. Die weiteren sechs identischen Komplexe auf der Rosenhöhe sind – zum Teil von Künstlern – bewohnt. Ein offener Garten verbindet die Häuser der Siedlung miteinander. Durch die nahe gelegene Mathildenhöhe, die historische Künstlerkolonie sowie den benachbarten Sitz des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt wird der Ludwig-Engel-Weg 1 überdies zu einem Ort mit besonderer Bedeutung für die dort temporär residierenden zeitgenössischen Kunstschaffenden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Thema des Festivals

Tilt/Shift – Experiment als Normalzustand

Die zeitgleichen und weltweiten Krisen offenbaren uns ein lange unvorstellbares Scheitern, auch in bisher sicher geglaubten Handlungsfeldern unserer Gesellschaft. Obwohl es keinen Anspruch auf einen Normalzustand der Welt gibt, schwindet doch das Gefühl der Sicherheit für eine immer größer werdende Anzahl von Menschen: Gewohnte Sichtweisen brechen weg, Gewissheiten verschieben sich.

Das Versprechen, alles bleibt gut, oder wird schon wieder gut werden, löst sich gerade auf und lässt sich kaum noch von der Gegenwart in die Zukunft weiterführen. Selbst Menschen, die sich bislang in ihrem Lebensraum sicher wähnten, nehmen ihren Alltag immer öfter bedroht war. Denkmuster werden hinterfragt und diskutiert – konstruktiv von Gruppen und Individuen, aber auch polarisierend von Faktenverdrehern. Alte Diskurse über eurozentrisch und postkolonial geprägte Blicke auf die Welt – im Großen und Kleinen – werden fortgeführt.

Krisenzeiten bedeuten nicht nur Verunsicherung, sondern können – trotz allem – auch Chancen aufzeigen. Potentiale werden, teils der Not geschuldet, auf allen Ebenen auf Freiräume, Neues und Weiterentwicklungen überprüft. Wird das Experiment, sich ständig neu orientieren zu müssen, jetzt zum Normalzustand? Wie kann Fotografie die enormen Veränderungen erfassen? Welche Bilder ermöglichen es uns, eine verunsicherte, diverse Welt im turbulenten und komplexen Wandel besser zu verstehen – und den offenen Ausgang des Experiments im Blick zu haben?

Verfahren:

Wer kann sich bewerben bzw. an wen richtete sich das Residenzprogramm?
Fotografen, Medienkünstler, Künstler, die sich vorrangig mit fotografischen oder filmischen Prozessen beschäftigen
– Einzelpersonen oder künstlerisches Kollektiv von max. drei Personen
– Keine Altersbegrenzung

Die Bewerbung (auf Deutsch oder Englisch) ist bis zum 15. Dezember 2022 (23:59 Uhr MEZ) möglich:

Bewerbung mit digitalem Arbeitsportfolios, eines Statements (Warum genau hat die Künstlerin bzw. der Künstler die Möglichkeit zum Experiment in Form der Künstlerresidenz verdient ) und unten genannter Unterlagen über das Webformular:
https://kultur-digitalstadt.de/projekte/artist-in-residence-dtdf-ausschreibung/

Nach Möglichkeit öffentliches Statement zusätzlich über Social Media einreichen:
Bildergalerie auf Instagram oder Facebook. Als Text darunter (max. 280 – 300 Zeichen) ein Statement dazu, warum genau die/der Künstler die Möglichkeit zum Experiment in Form der Künstlerresidenz verdient hat. Darunter zudem die Verlinkung mit @darmstaedter_tage_d_fotografie (Instagram)/ @DarmstaedterTageDerFotografie (Facebook) und Verwendung der beiden Hashtags #dtdf2023 und #residenceexperiment.

Folgende Unterlagen sind zusätzlich zum Arbeitsportfolio und Kurzstatement (max. 1.000 Zeichen) einzureichen:
– Kurzer Lebenslauf inkl. bisheriger Ausstellungstätigkeit und ggf. Teilnahme an Förderprogrammen / Stipendien
– Konkretes Arbeitsvorhaben, das in der Residenzzeit realisiert werden soll und einen Bezug zum Festivalthema aufweist (eine Seite)

Eine Jury, bestehend aus folgenden Mitgliedern, wählt aus den Einsendungen bis Ende Dezember Januar 2022 die geeignete Kandidatin bzw. den geeigneten Kandidaten aus:
– Barbara Struif (Vorstand des Vereins »Kultur einer Digitalstadt«)
– Alexandra Lechner (Fotografin / Gründungsmitglied der » Darmstädter Tage der Fotografie« / RAY-Kuratorin, BFF-Vorstand)
– Gregor Schuster (Fotograf / Gründungsmitglied der » Darmstädter Tage der Fotografie«
– NN

Kontakt:

»Darmstädter Tage der Fotografie«

Kasinostr. 3
64293 Darmstadt

Tel. + 49 6151 – 27 16 08
info@dtdf.de
www.dtdf.de