Aneta Grzeszykowska

Aneta Grzeszykowska, Selfie #10, 2014 Mit freundlicher Genehmigung der Raster Gallery, Warsaw

Isabelle Wenzel

Isabelle Wenzel, Field 1, 2015, aus der Serie Field Studies 2014/2015 © Isabelle Wenzel

Laís Pontes

Laís Pontes, Stacy aus Born Now Here, © Laís Pontes

EXTREME. SELF
Darmstädter Tage der Fotografie und Kunstforum der TU Darmstadt
26. Mai bis 19. August 2018

In der Ausstellung EXTREME. SELF befassen sich drei Künstlerinnen mit ebenso persönlichen wie ideenreichen Aspekten der Wahrnehmung des Selbst. Selfie von Aneta Grzeszykowska (*1974 PL) hat mit den Handy-Selbstporträts nur den Namen gemeinsam. Sie erschafft ein Porträt von sich selbst aus vielen Einzelteilen und vermengt Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Autoerotismus mit schwarzem Humor. Präzise ausgeformte Körperteile werden wie in naturwissenschaftlichen Sammlungen kombiniert, arrangiert und fotografiert. Durch die Verwendung von Schweinehaut erscheinen diese bei näherer Betrachtung täuschend echt. Das wirkt verstörend und anziehend zugleich.

Einen anderen Ansatz verfolgt Laís Pontes (*1981 BR). Sie hinterfragt den Aspekt der Identitätsbildung und bedient sich dabei der sozialen Medien. Sie fotografierte sich für Born nowhere in verschiedenen Rollen und stellte diese Bilder auf einer Facebook-Seite zur Diskussion. Online erhielt jedes Porträt eine Vita aus den gesammelten Kommentaren der Facebook-Nutzer. Davon ausgehend wurden vier Charaktere in Born Now Here weiterentwickelt, indem sie ausgewählten Facebook-Mitgliedern als Alter Ego anvertraut wurden.

Gänzlich in der realen Welt verortet ist die Arbeit von Isabelle Wenzel (*1982 DE/NL). Ihre Fotografien sind das Resultat einer akrobatischen Performance vor der Kamera. Sie positioniert sich in ausgefallenen, unmöglich anmutenden Haltungen an seltsam unspektakulären Orten. Im durch Selbstauslöser erzeugten Foto wird ihr Körper zur Skulptur im Raum, ihre eigene Persönlichkeit tritt in den Hintergrund, das Gesicht bleibt verborgen. Für die Ausstellung hat sie eigens neue Bilder in Darmstadt für die Field Studies aufgenommen, die erstmals zu sehen sein werden.

Die Ausstellung EXTREME. SELF im Rahmen von RAY 2018 ist eine Kooperation der Darmstädter Tage der Fotografie mit dem Kunstforum der TU Darmstadt. Alle Informationen und weitere Ausstellungen finden Sie auf www.ray2018.de

Die Ausstellung EXTREME. SELF von RAY 2018 wird ermöglicht durch:

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag
13 bis 18 Uhr
Ausstellungsort:
Kunstforum der
TU Darmstadt
Hochschulstr. 1
64289 Darmstadt
Öffentliche Führungen
jeweils 18 Uhr
Do. 7. Juni
Mi. 20. Juni
So. 8. Juli
Do. 9. August
Di. 12. Juni 2018, 19:30 Uhr
Kurzführung und Film „Die Haut, in der ich wohne“ von Pedro Almodòvar (2011) in Kooperation mit dem Studentischen Filmkreis an der TU Darmstadt e.V. , Treffpunkt im karo5
Di. 7. August 2018, 19 Uhr
Netzwerkabend mit Kreative Darmstadt e.V.
So. 19. August 2018, 17 Uhr
Finissage mit Vortrag und Apéritif
Mehr Infos:
ray2018.de
tu-darmstadt.de/kunstforum

EXTREME
RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain

Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema EXTREME werden die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018 diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe stellen. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben RAY 2012 und RAY 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert: Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME bietet RAY zwischen dem 24. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.

Geografische und kulturelle Grenzen verschwimmen im Zuge der fortschreitenden technischen Möglichkeiten und suggerieren ein neues weltweites Miteinander: Wir konsumieren die gleichen Produkte, wir nutzen die gleichen Kommunikationskanäle und verwenden die gleiche Bildsprache in den sozialen Medien. Doch gleichzeitig verhärten sich die weltanschaulichen Positionen. Dichotomien wie Nord/Süd, lokal/global, wahr/falsch potenzieren sich, und aus Gegenüberstellungen werden Extreme. Unsere Welt polarisiert sich zwischen postfaktischer Informationspolitik und dem aufklärerischen Impetus von Wikileaks, zwischen einem differenziert kritischen Diskurs und Populismus, Liberalisierung und Konservatismus, Handwerk und Technisierung, Religion und Säkularismus. In inhaltlich miteinander korrespondierenden Ausstellungen reflektieren die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler mit ihrer fotografischen Praxis diese auseinanderklaffenden Gegensätze, gesellschaftliche Transformationen, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert. Der Reiz des Extremen ist seit jeher untrennbar mit der Fotografie verwoben. Was das Extreme heute besonders erfolgreich macht, ist das Übermaß und die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder, die nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangen. Je außergewöhnlicher, unangepasster, randständiger das Motiv, desto größer die Beachtung, welche die Bilder erfahren. Das Extreme weckt die Begehrlichkeit, es festzuhalten und für die Nachwelt sichtbar zu machen. Die dabei entstehenden Bilder sind ebenso Beweismaterial wie fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche. Der Punkt, an dem die Norm aufhört und die Abweichung beginnt, ist jedoch einem steten Wandel unterworfen. So blickt RAY 2018 auf Formen des Extremen jenseits des Spektakels. Der Verweis auf das Extreme einer künstlerischen Position erschließt sich zum Teil erst in der Verbindung mit einer anderen, die in ihrer gegenläufigen Thematik, Bildsprache oder auch künstlerischen Strategie einen Antipol bildet. Der Begriff des Extremen steht im Kontext der Zeit und im Dialog mit dem Anderen.

Das inhaltliche Konzept von RAY 2018 EXTREME wurde gemeinsam von folgenden Kuratorinnen und Kuratoren entwickelt: Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt) und Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main). Dieses Team hat fünf Ausstellungen erarbeitet, in denen die ausgewählten künstlerischen Positionen unterschiedliche Aspekte des Extremen beleuchten.

RAY 2018 Feierliche Eröffnung in Frankfurt am Main
Ort: MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Domstraße 3, 60311 Frankfurt am Main
Mittwoch, 23. Mai 2018, 19 Uhr

RAY 2018 Festivalprogramm
Donnerstag, 24. Mai bis Sonntag, 27. Mai 2018
MMK 3, Domstr. 3 60311 Frankfurt am Main

RAY 2018 Bar-Night/Live
Samstag, 26. Mai 2018, ab 20 Uhr, AMP

RAY 2018 Fotowettbewerb-Prämierung
Genauer Termin und Ort wird noch angekündigt, voraussichtlich 23. August 2018

RAY 2018 Ausstellungszeitraum
24. Mai bis 9. September 2018