Vier Darmstädter Fotografen haben im Jahr 2005 den Förderverein Darmstädter Tage der Fotografie e.V. gegründet. Die Idee, in Darmstadt ein Fotofestival zu etablieren, entstand aus dem Projekt „Stadtfotograf“, welches von der Werkbundakademie Darmstadt ausgelobt wird. Während einer Auftaktveranstaltung im Jahr 2004 im Design Zentrum Hessen wurde diese Idee einer sich jährlich wiederholenden, dreitägigen Veranstaltungsreihe erstmals publik gemacht. Seitdem laden die Initiatoren Fotografen und Fotokünstler ein, um sich mit ihrem Werk dem Publikum zu präsentieren. Das Festival findet seit 2010 alle zwei Jahre statt. Die Darmstädter Tage der Fotografie zählen heute zu den wichtigsten Fotofestivals in Deutschland. Die Initiatoren haben es geschafft, ein sympathisches und überzeugendes Fotofestival 
14 Jahre lang zu etablieren und mit Kompetenz und Leidenschaft über einen so langen Zeitraum konstant erfolgreich durchzuführen.

Die drei Säulen des Festivals:
Hauptausstellung
Wettbewerb mit Merck-Preis
Symposium

 

Die Hauptausstellung

Das Jahresthema wird in einer Ausstellung im Designhaus Hessen konzentriert beleuchtet. Hierfür lädt das Kuratorenteam ca. 10 bis 15 international renommierter Künstler direkt ein. Es kommen kontroverse Positionen, neueste Werke und unterschiedliche Genre fotografisch-künstlerischer Arbeiten zusammen. Die Gruppenausstellung bildet das zentrale Statement zum Festivalthema.

Der Wettbewerb

Seit 2006 können sich Fotografen und Künstler direkt für eine Teilnahme am Festival bewerben. Es gibt weder stilistische noch technische Einschränkungen. Auch Herkunft und Alter der Bewerber sind nicht begrenzt. Es zählt lediglich die inhaltliche Nähe zum jeweiligen Jahresthema und eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Arbeit.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung reichen bis zu 400 Bewerber ihre Arbeiten ein. Diese werden in einer Jurysitzung ausführlich gesichtet. Am Ende wählt die Jury ca. 30 bis 35 Positionen aus, die während des Festivals in Darmstädter Kunstinstitutionen, Galerien, Museen und Off-Spaces gezeigt werden. So bieten die Ausstellungen eine einzigartige und im Detail oft überraschende Zusammenschau dessen, wie die Teilnehmer das jeweilige Thema interpretieren.

Der Wettbewerb bietet vor allem jungen Fotografen und Künstlern die Möglichkeit, bisher unveröffentlichte Arbeiten zum ersten Mal zu präsentieren. Oft werden diese in Darmstadt entdeckt und treten einen erfolgreichen Weiterweg an. Über 430 Künstler haben bisher ihre Arbeiten in Darmstadt präsentiert.

Der Merck-Preis

Seit 2008 stiftet das Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck einen Preis für herausragende Positionen des Wettbewerbs. Während der Jurysitzung werden drei künstlerische Arbeiten ausgewählt, die die Jurymitglieder besonders überzeugen. Erst am Tag der Eröffnung des Festivals und nach Beurteilung der Präsentation im Ausstellungsraum wird einer der drei Nominierten als Preisträger ermittelt und am Abend geehrt.
Weitere Informationen zum Merck-Preis

Das Symposium

In den hochkarätig besetzten Vorträgen und Diskussionen geht es um inhaltliche Ansätze: Hier werden die oben genannten philosophischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Aspekte beleuchtet. Besonders die Frage des objektiven und subjektiven Sehens lässt sich dabei von unterschiedlichen Seiten diskutieren.

Nicht nur Fotokünstler kommen zu Wort, auch Philosophen, Autoren und Wissenschaftler stellen ihre Sicht der Dinge vor – so entsteht eine spannende Meinungsvielfalt, die für anregende und bereichernde Beiträge sorgt.

Die Darmstädter Tage der Fotografie.
Ausstellungen – Symposium – Netzwerk.

Ein Festival in der Stadt

Die Ausstellungen werden in zentralen Kunstinstitutionen Darmstadts präsentiert. So sind das Museum Künstlerkolonie, das Designhaus, die Kunsthalle Darmstadt, das Schlossmuseum und seit kurzem auch das Kunstforum der TU Darmstadt wichtige Kooperationspartner. Weitere öffentliche Räume, wie z.B. die Centralstation und das Literaturhaus, werden zum Ausstellungsort während des Festivals. Alle Orte liegen zentral auf der Mathildenhöhe und in der Innenstadt und können in kürzester Zeit erreicht werden. Der Shuttle-Service von SKODA AUTO bietet auch nicht Ortskundigen einen schnellen Weg zum Ziel.

Der Fachbereich Gestaltung der h_da Hochschule Darmstadt mit seinem fotografischen Ausbildungsschwerpunkt ist seit Beginn an Festivalzentrum. Hier findet das Symposium statt, stellen Studierende sowohl aus Darmstadt als auch internationaler Hochschulen aus, werden Workshops durchgeführt. Das Foyer bietet Raum für Treffpunkte und Austausch. Die Hochschule unterstützt das Festival somit maßgeblich.

Philosophie: Inhaltliche Konzentration auf ein Thema und zeitliche Konzentration auf ein Wochenende

Das Konzept „Konzentration und Begegnung“ der Darmstädter Tage der Fotografie ist in der Region sowie auf nationaler Ebene einzigartig. Auch international findet sich kein vergleichbares, in ähnlicher Weise aufgebautes Konzept. Konzentration bedeutet einerseits die strikte Ausrichtung auf ein Jahresthema, zu dem die Ausstellungen und das Symposium zusammengestellt werden. Das Jahresthema ist der inhaltliche Rahmen und das zentrale Element des ganzen Festivals. Den Besuchern wird damit der visuelle und inhaltliche Zugang zu den einzelnen Ausstellungen und Redebeiträgen erleichtert. Die zeitliche Konzentration auf ein Wochenende ermöglicht es, dass alle Künstler vor Ort sein können. Die Begegnungen und der direkte Austausch zwischen Besuchern und Künstlern machen den besonderen Charme dieses Festivals aus.

Die Initiatoren und Kuratoren

Bei der Auswahl der Künstler arbeiten die vier Initiatoren Rüdiger Dunker, Albrecht Haag, Alexandra Lechner und Gregor Schuster eng zusammen in einem Team mit der Kuratorin Ute Noll (on-photography.com →) und Prof. Dr. Kris Scholz, Fotokünstler und Professor an der h_da Hochschule Darmstadt. Dieses feste Team ist seit 2006 verantwortlich für die Auswahl der teilnehmenden Künstler sowie der Redner auf dem Symposium und für die Vergabe des Merck-Preises.

Foto: Fachbereich Gestaltung
Foto: Ausstellung der 16. DTDF / Osthang